top of page

Warum Bewegung so wichtig ist - frühkindliche Reflexe

Frühkindliche Reflexe bei Babys: Warum freie Bewegung so wichtig ist (und was hilft, wenn etwas „hängen bleibt“)


Bei Mamawerk begegnen mir manchmal Fragen wie: „Macht mein Baby das richtig?“ Oder: „Warum wirkt mein Kind manchmal so angespannt?“ ,,Ist das normal so?"


Ein wichtiger Baustein, um solche Beobachtungen einzuordnen, sind frühkindliche Reflexe.


Frühkindliche Reflexe sind automatische, unwillkürliche Bewegungsreaktionen, mit denen Babys auf Reize antworten.


Sie sind nicht erstmal ganz und gar nicht „störend“ – im Gegenteil: Sie sind ein super Starthelfer für die ersten Wochen und Monate und bilden die Grundlage für spätere Entwicklungsschritte.


Reflexintegration: Wenn aus „automatisch“ „bewusst“ wird...

Im Laufe der Zeit reift das Nervensystem weiter. Das Baby gewinnt mehr Kontrolle über seinen Körper – und die Reflexe treten nach und nach in den Hintergrund. Fachlich spricht man davon, dass Reflexe "integriert" werden.


Das passiert zuerst und physiologisch nicht durch „Training“, sondern vor allem durch Entwicklung in und mit Bewegung.


Das Wichtigste: Babys brauchen freie, natürliche Bewegung

Damit Reflexe sich ganz natürlich nacheinander integrieren, ist es besonders wichtig, dass Babys sich rüh frei bewegen dürfen – in ihrem Tempo, ohne Druck, ohne „in Position bringen“. Am besten ohne Hindernisse auf dem Boden in Bauchlage für mindestens eine Stunde am Tag (besser länger).


Genau über diese dann mögliche physiologischen Bewegungsmuster sammelt das Gehirn die Erfahrungen, die es für die Reifung braucht, zum Beispiel durch:


- Greifen, Loslassen, Hände entdecken

- Drehen, Rollen, Stützen

- Robben und Krabbeln

- Sitzen (wenn es aus eigener Kraft entsteht)

- Hochziehen, Stehen, später Laufen


Diese Schritte bauen aufeinander auf. Wenn Babys dafür Zeit, Raum und Möglichkeiten bekommen, kann sich das Nervensystem stabil organisieren – und Reflexe dürfen sich „ablösen“, weil sie nicht mehr gebraucht werden.


Was jetzt, wenn dieser Prozess gestört wird: Manchmal läuft diese Integration nicht vollständig oder wird unterbrochen – zum Beispiel durch:


- Krankheit oder längere Phasen mit wenig Energie

- Stress (auch früh, auch „leise“)

- äußere Umstände, die freie Bewegung einschränken

- insgesamt wenig Gelegenheit, sich vielfältig zu bewegen


Dann können Restmuskelaktivitäten bleiben – also kleine „Reste“ eines Reflexmusters, die im Hintergrund weiterlaufen. Das kann sich später ganz unterschiedlich zeigen: in der Motorik, in der Koordination, in der Haltung oder auch darin, wie gut ein Kind sich regulieren kann.


Manchmal können integrierte Reflexe auch in späterer Kindheit noch einmal aktiviert werden. Der Moto-Reflex zum Beispiel, wird bei einem großen Schreck, einem heftigen Ruck (Unfall, Achterbahn) oder einem emotionalen Ereignis wieder aktiv werden.


Wichtig ist mir dabei: Das ist kein Grund für Schuldgefühle. Es ist eher ein Hinweis: Das Nervensystem braucht an einer Stelle noch Unterstützung.


Jetzt die gute Nachricht: Reflexe können auch später noch integriert werden.

Das Nervensystem bleibt nämlich bis ins späte Erwachsenenalter lernfähig. Wenn Reflexreste bestehen, können sie nachträglich integriert werden – durch gezielte, sanfte Bewegungsübungen, die dem Körper fehlende Entwicklungserfahrungen nachreichen.


Bei Mamawerk arbeite ich dabei mit rhythmischen, schaukelnden Bewegungen. Die Reflexintegration nach Silke Krämer ist sehr bedürfnisorientiert und spielerisch, perfekt für Kinder ab ca. 4 Jahre. Sie wirken regulierend und helfen dem Körper, Spannung zu lösen und Muster neu zu organisieren – Schritt für Schritt, ohne Druck.


Frühkindliche Reflexe gehören zur gesunden Entwicklung dazu. Am besten integrieren sie sich, wenn Babys früh frei und natürlich in Bewegung kommen dürfen – über Krabbeln, Sitzen, Greifen und all die kleinen Entwicklungsschritte, die von innen heraus entstehen.

Wenn dieser Prozess gestört wird, können Reflexreste bleiben. Mit gezielten, schaukelnden Bewegungsübungen lässt sich jedoch oft auch später noch ganz viel nachreifen.


Wenn du dir unsicher bist, ob bei deinem Kind Reflexreste eine Rolle spielen könnten, melde dich gern bei mir. Gemeinsam schauen wir in Ruhe hin – wertschätzend, alltagsnah und mit einem Blick auf das, was euer Nervensystem gerade braucht.


Du kannst sogar vorab einen Fragebogen ausfüllen, der uns beiden Klarheit bringt, ob und wie viele (auch welche) Reflexe dein Kind noch in deinem Alltag stören.


Ich bin gerne für euch da!


Denise Hettmannsperger (info@mamawerk.de - www.mamawerk.de)

 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


bottom of page