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Reflexintegration im Mamawek - Denise Hettmannsperger

Vielleicht kennst du solche Situationen:

Dein Kind lässt sich schnell ablenken, kann nur schwer ruhig sitzen oder ist beim Lernen schnell erschöpft. Vielleicht stolpert es häufig, hat Schwierigkeiten beim Schreiben oder reagiert auf kleine Veränderungen besonders empfindlich. Obwohl es sich Mühe gibt, scheinen manche Dinge einfach nicht so leicht zu sein wie bei anderen Kindern.


Dann entstehen schnell Fragen wie:

„Warum klappt das nicht?“

„Will mein Kind vielleicht einfach nicht?“

„Mache ich etwas falsch?“


Die wichtigste Antwort zuerst: Nein, dein Kind ist richtig so, wie es ist – und dein Kind ist weder faul noch trotzig oder unmotiviert.


Kinder machen es gut, wenn sie es können!


Manchmal lohnt es sich deshalb, hinter das sichtbare Verhalten zu schauen.


Was sind frühkindliche Reflexe?

Frühkindliche Reflexe sind angeborene Bewegungsmuster. Sie unterstützen ein Baby während der Geburt und in den ersten Lebensmonaten – beispielsweise beim Saugen, Greifen und bei seinen ersten Bewegungen.


Im Verlauf der natürlichen Entwicklung werden diese Reflexe durch selbstständige (bewusste) Bewegung zunehmend integriert.


Manchmal bleiben einzelne Reflexmuster länger aktiv. Das Nervensystem muss dann immer wieder zusätzliche Arbeit leisten, um bestimmte Reaktionen oder Bewegungen auszugleichen. Das kann für ein Kind anstrengend sein.


Noch aktive frühkindliche Reflexe können verschiedene Bereiche mit beeinflussen.


Mögliche Hinweise können sein:


Schwierigkeiten, länger ruhig zu sitzen

schnelle Ablenkbarkeit

häufiges Stolpern oder eine unsichere Koordination

eine angespannte oder zusammengesunkene Körperhaltung

Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben

Probleme, sich zu konzentrieren oder aufmerksam zuzuhören

starke Reaktionen auf Geräusche, Berührungen oder Veränderungen

schnelle Überforderung und emotionale Ausbrüche


Diese Beobachtungen sind kein Beweis für aktive Reflexe und können unterschiedliche Ursachen haben. Sie können jedoch ein Anlass sein, genauer und ganzheitlich hinzuschauen.


Wenn sich das Nervensystem ständig im Alarm- oder Ausgleichsmodus befindet, bleibt weniger Energie für andere Aufgaben.


Zuhören, Schreiben, Lesen, Stillsitzen und Konzentrieren können dann deutlich anstrengender werden.


Das Kind möchte vielleicht mitarbeiten – sein Körper benötigt aber gleichzeitig viel Kraft, um Haltung, Bewegungen und innere Anspannung zu regulieren.


Was jetzt wichtig ist, sind Verständnis, Sicherheit und eine Begleitung, die das Kind dort abholt, wo es gerade steht.


Was bedeutet unterstützte Reflexintegration?


Bei der unterstützten Reflexintegration werden gezielte Bewegungsübungen eingesetzt, die dem Nervensystem Entwicklungsimpulse geben.


Die Übungen werden individuell auf das Kind abgestimmt und spielerisch in den Alltag integriert.


Dabei geht es nicht darum, ein Kind zu „reparieren“ oder sein Verhalten möglichst schnell zu verändern. Es geht darum, seine körperlichen Voraussetzungen besser zu verstehen und ihm passende Unterstützung anzubieten – wertschätzend, ohne Leistungsdruck und in seinem eigenen Tempo.


Jedes Kind bringt seine ganz persönliche Geschichte mit. Deshalb ist eine individuelle Einschätzung besonders wichtig.


Dein Kind braucht keine neue Schublade

Hinter einem Verhalten steckt immer ein Grund. Ein Kind, das unruhig ist, schnell aufgibt oder emotional reagiert, möchte uns damit nicht absichtlich herausfordern. Vielleicht zeigt es vielmehr, dass etwas gerade sehr anstrengend ist.

Wenn wir beginnen, das Verhalten als Botschaft zu verstehen, verändert sich unser Blick:


Aus „Mein Kind will nicht“ kann „Mein Kind braucht Unterstützung“ werden.

Aus Frust kann Verständnis entstehen.

Und aus ständigem Druck darf wieder mehr Verbindung wachsen.


Mit meinem Training nutzt ihr nur 10 Minuten täglich gezielt zur Reflexintegration und bekommt Übungen dazu, die im Alltag eingebunden werden können. Wir treffen uns regelmäßig alle 4-6 Wochen und arbeiten kontinuierlich im Tempo des Kindes jeden noch vorhanden Reflex ab. Gezielt, nach und nach in einen neuen Alltag mit liebe und Verständnis für Eltern und ganz besonders fürs Kind 🫶


Denise Hettmannsperger


 
 
 

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