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Beikoststart! Jetzt oder später?


Wer sich beginnt mit dem Thema Beikost zu beschäftigen, sollte berücksichtigen, dass die Empfehlungen der WHO genau das sind:

Empfehlungen.


Die neue , ,S3-Leitlinie zur Stilldauer,, empfiehlt sechs Monate ausschließliches Stillen und eine Mindeststilldauer von zwölf Monaten.


Mehr als 15 Jahre hat es nun also gedauert, bis Deutschland wieder dahin gehend ,,empfiehlt,,, wo andere Länder bereits seit Jahrzehnten sind… Stillen ist ein zentraler, physiologischer Prozess, mit erheblichem gesundheitlichem und auch psychologischen Nutzen für Mama und Kind. 


Die ,,neue,, Leitlinie geht damit meiner Meinung nach, einen Schritt in die richtige Richtung…


Dein Kind MUSS also nicht ab dem 6. Monat Brei essen.

Es kann durchaus sein, dass es das noch gar nicht möchte oder kann.


Genau so gut, kann es sein, dass Essen dein Kind ab diesem Zeitpunkt sehr interessiert und es das damit auch verarbeiten kann.

 

Wenn du stillst wird dein Kind mit allem versorgt, was es braucht. Die Muttermilch passt sich je nach Alter an den Bedarf deines Kindes an, damit dein Baby alles an Vitaminen und Nährstoffen bekommt, was es braucht.


Aber auch wenn dein Kind Pre-Nahrung bekommt, muss es nicht ab dem 6. Monat Brei essen. Pre-Nahrung kann, genau wie Muttermilch, Bedürfnisorientiert gegeben werden. Man kann das Kind damit nicht ,,überfüttern,, (solange man auf die Zeichen des Kindes eingeht, versteht sich)

 

Dein Baby ist in Sachen Nahrungsaufnahme sehr kompetent. Es weiß, wann es so weit ist. Von selbst.



Das Interesse am Essen richtig erkennen?


Viele Mamas berichten mir, dass ihr Kind schon mit 4 Monaten sehr interessiert an Essen ist und danach greift, aber trotzdem nichts richtig isst.


Das liegt daran, dass du als Mama jeden Tag zauberst. Du steckst etwas in deinen Mund und es ist weg! Das ist für ein Baby nicht zu verstehen, deswegen wird es erforscht, wie alles andere in seiner Umgebung auch. Man holt es aus dem Mund raus, versucht es zu bekommen bevor es verschwunden ist und wenn man es vorher mal haben darf, zerquetscht man es, probiert und wirft es mal runter, um zu sehen was es kann. Das ist aber kein Interesse an ,,essen,,, das ist Interesse an der Materie Essen.


Es lohnt sich und nimmt unglaublich den Stress, wenn du, bevor du mit Beikost beginnst einmal genau schaust ob dein Baby ,,wirklich,, Interesse am Essen (in den Mund nehmen und runter schlucken - Nahrungsaufnahme) ist, oder einfach interessiert an dem Essen an sich (die Dinge mal erforschen , die Mama da immer weg zaubert) ist.

 

“Beikostreife“ – was ist das?

 

Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Kind schon Essen möchte, kannst du anhand von fünf Beikostreifezeichen überprüfen, ob Beikost – also Brei oder Fingerfood – schon eine Option ist.

 

Oft kommt die Beikostreife und damit die Fähigkeit des Darms, feste Nahrung zu verarbeiten gemeinsam mit anderen größeren Veränderungen, also neuen Fähigkeiten im Rahmen eines Entwicklungsschubes. Bist du dir nicht sicher, kannst du nach diesen fünf Anzeichen Ausschau halten:

 

1. Sitzen

 

Das aufrechte Sitzen ist eine recht wichtige Fähigkeit, die die Beikostreife anzeigen kann. Sitzen schützt zusätzlich vor Verschlucken. Passiert das nämlich, kann das Verschluckte leichter herausgewürgt oder herausgehustet werden. Zwar wirkt der Würgereflex bei Babys sehr weit vorne im Rachen, trotzdem ist es nicht empfehlenswert in einer halben Liegeposition wie etwa in einer Babywippe zu Essen, nur weil das Baby noch nicht Sitzen kann. In Schräglage passiert es viel leichter, dass Stückchen über diesen Auslösepunkt des Würgereflexes hinweg zu weit in den Hals gleiten.

 

2. Greifen

 

Gerade wenn es um Stückchen, also BLW (Baby Led Weaning) geht, ist natürlich eines wichtig: dass man die Nahrung auch greifen kann. Bei Brei braucht das Kind das natürlich nicht zu tun. Will es greifen (und das will vermutlich jedes Baby) und du möchtest ihm keine Essensstückchen geben, dann versuch es doch mit einem zweiten Löffel zum selbst halten.

 

3. Zielgerichtetes ,,zum Mund führen,,

 

Ich denke, das ist selbst erklärend und passt zum Greifen. Gerade wenn es um BLW geht, macht es das verständlich: um Essen zum Mund zu bekommen, muss man es nicht nur Greifen können, sondern auch zum Mund führen können.

Die meisten Babys können das nach dem vollendeten 5. Lebensmonat. Davor wird aber eine Einführung von Beikost sowieso nicht empfohlen.

 

4. Kaubewegungen

 

Macht dein Baby bereits Kaubewegungen, wenn es dich beim Essen beobachtet? 


Zwar brauchen die Babys gerade beim Brei die Kaubewegungen selbst nicht zum

Zerkleinern des Essens (bei Fingerfood schon eher), aber durch diese Bewegung

wird die Nahrung auch eingespeichelt, wodurch wichtige Enzyme (Amylase) aus dem Speichel unter den Brei gemischt werden.

 

5. Zungenstoßreflex ist verschwunden

 

Ganz einfache Sache: solange der Zungenstoßreflex noch vorhanden ist, wird dein Baby sowieso alle Nahrung umgehend wieder mit der Zunge aus dem Mund heraus befördern, weil es noch nicht so weit ist.


Ist dein Baby bereit für feste Nahrung, wird dieser Reflex verschwunden sein. Achte darauf, ob dein Baby die Nahrung in den Mund nimmt und dann auch damit klar kommt. Hast du das Gefühl es ,,kämpft,, damit, ist noch Zeit ohne Beikost zu genießen.

 

Und wenn mein Baby trotzdem nichts isst?

 

Die meisten Kinder beginnen irgendwann zwischen dem 6. Monat und dem 1. Lebensjahr mit Beikost, manche früher, manche später. Es heißt ja übrigens Beikost, weil es eigentlich ergänzende Nahrung zur Muttermilch (oder Pre-Nahrung) ist und nicht umgekehrt.

 

Was damit die wichtigste Nahrungsquelle ist, sollte somit klar sein.


Natürlich fragen Kinderärzte bei den vorgeschriebenen Untersuchungen ab dem 6. Monat ab, ob dein Baby Beikost isst. Das müssen sie! Bitte mach dir trotzdem keinen Stress, wenn dein Baby mit 6 Monaten noch kein Kreuzchen für „Beikost“ bekommt!

 

Ja, das ist natürlich und verständlicherweise die Zeit, in der du dir Gedanken darüber machst, dass dein Baby ohne Beikost nicht genug Vitamine und Nährstoffe bekommt. Wie oben bereits erwähnt: es heißt „BeiKost“ und nicht „BeiMilch“.

 

Bleibt dran, nächste Woche gibt es mehr Infos zum Beikoststart mit ersten Rezepten für die kleinen Feinschmecker und vielen Praxistipps aus dem Mama-Alltag.

 

Du hast schon angefangen und kommst nicht weiter? Oder du bist sehr unsicher und brauchst einfach eine ,, richtige,, und umfassende Beratung? Melde dich gerne, wir finden einen Termin und einen Fahrplan.



Deine Denise Hettmannsperger


 
 
 

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