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Babys in Bewegung – wenn aus Bewegung Entwicklung wird

Warum mir dieses Kurskonzept seit 2019 am Herzen liegt – und warum ich heute nicht nur Babys und ihre Eltern begleite, sondern auch Kursleiterinnen und Kursleiter dafür ausbilde.


Manchmal entwickeln sich Dinge weiter, ohne dass man am Anfang ahnt, wohin die Reise einmal führen wird.


Als ich 2019 mit Babys in Bewegung – mit allen Sinnen gestartet bin, war für mich schnell klar: Das ist viel mehr als ein Babykurs.


Heute, viele Jahre, viele Babys, unzählige Lieder, Fingerspiele, Sinneserfahrungen und mindestens genauso viele Gespräche mit Mamas und Papas später, darf ich dieses Wissen nicht nur in meinen eigenen Kursen im Mamawerk weitergeben.


Ich bin seit nun 5 Jahren Referentin im Baby- und Kinderbereich des Deutschen Turner-Bundes (DTB) und bilde für den Schwäbischen Turnerbund (STB) in Stuttgart und Bartholomä zukünftige Kursleiterinnen und Kursleiter für „Babys in Bewegung – mit allen Sinnen“ aus.


Und darauf bin ich tatsächlich ein bisschen stolz.


Babys müssen Bewegung nicht lernen – sie entdecken sie, ein Baby kommt nicht auf die Welt und wartet darauf, dass wir ihm zeigen, wie Entwicklung funktioniert, denn es bringt unglaublich viel mit:


  • Neugier

  • Bewegungsfreude

  • Entdeckergeist

  • Und den Wunsch, seine Umgebung Stück für Stück zu begreifen...


Und dieses Begreifen dürfen wir durchaus wörtlich nehmen.


Babys lernen über ihren Körper und ihre Sinne. Sie fühlen, greifen, drehen sich, beobachten, hören, schmecken, strampeln und probieren immer wieder aus.


Genau hier setzt das Konzept „Babys in Bewegung – mit allen Sinnen“ an.


Ziel des Konzeptes ist es deshalb, Babys in ihren unterschiedlichen Entwicklungsphasen zu begleiten und ihre individuelle Entwicklung zu unterstützen.


Es geht nicht darum, Entwicklung schneller zu machen.


Es geht darum, Entwicklung Raum zu geben.


Fördern bedeutet für mich nicht „höher, schneller, weiter“ Dieser Punkt ist mir besonders wichtig.


Ein gutes Bewegungsangebot soll aus einem drei Monate alten Baby keinen kleinen Leistungssportler machen.


Wir müssen Babys nicht zeigen, was sie möglichst schnell als Nächstes können sollen.


Wir dürfen vielmehr eine Umgebung schaffen, in der sie selbst entdecken können - in der Montessori Pädagogik die ,,Ja-Umgebung,,


Schon bei der Einführung des Konzeptes formulierte der DTB einen Grundsatz, der für mich bis heute ganz wesentlich ist:


Babys dürfen gefördert, aber nicht überfordert werden.


Deshalb beschäftigen wir uns bei Babys in Bewegung nicht nur mit motorischer Entwicklung. Bewegung und Körpererfahrung werden mit Wahrnehmung und unterschiedlichen Sinneserfahrungen verbunden.


Und manchmal besteht eine richtig gute Anregung eben darin, etwas hinzulegen – und dann erst einmal abzuwarten, was das Baby daraus macht.


Was gehört zu Babys in Bewegung?


Wer zukünftige BiB-Kurse leiten möchte, braucht deshalb mehr als eine Sammlung schöner Spielideen.


In der Ausbildung zur DTB-Kursleitung „Babys in Bewegung – mit allen Sinnen“ beschäftigen wir uns unter anderem mit den Bausteinen der kindlichen Entwicklung zwischen drei und zwölf Monaten. (Ab 2027 gibt es auch mein Mamawerk Kurskonzept BiB4 12-24 Monate als Weiterbildung beim STB.)


Dazu gehören Bewegungs- und Körpererfahrungen mit allen Sinnen, Elemente aus der Babymassage, spielerische Bewegungsangebote für Eltern und Babys sowie Lieder und Fingerspiele für das erste Lebensjahr.


Auch das Handling eines Babys – beispielsweise beim Tragen und Sitzen – gehört dazu.


Und natürlich geht es darum, zu lernen, wie aus all diesem Wissen eine gute Kursstunde entsteht: Wie plane ich eine Gruppenstunde? Welche Materialien eignen sich wofür? Wie setze ich sie sinnvoll ein? Wie begleite ich Eltern? Und wie können auch Elternabende oder Elterngespräche gestaltet werden?


Denn hinter einer scheinbar spielerischen Stunde steckt sehr viel Wissen über Entwicklung, Bewegung und Wahrnehmung.


Und trotzdem ist jedes Baby individuell.


Genau dieser Gedanke prägt meine eigenen Babys-in-Bewegung-Kurse im Mamawerk besonders.


Denn ein Kurskonzept gibt uns einen Rahmen.


Das Baby vor uns entscheidet aber, was es gerade braucht.


Deshalb habe ich das klassische Babys-in-Bewegung-Konzept in meinen eigenen Kursen über die Jahre immer weiter ergänzt.


Meine Erfahrung, meine verschiedenen Aus- und Weiterbildungen und natürlich vor allem die vielen Kinder und Eltern, die ich begleiten durfte, fließen heute in jede einzelne Stunde ein.


Mir ist wichtig, euch wirklich zu sehen.


Nicht nur zu schauen:


Was müsste ein Baby in diesem Alter können?


Sondern:


Wo steht genau dieses Kind gerade?


Was interessiert es?


Was kann es schon?


Was möchte es gerade entdecken?


Wo braucht es vielleicht noch Zeit?


Und was braucht die Mama oder der Papa, die mit diesem kleinen Menschen vor mir sitzen?


Deshalb sind meine Stunden individuell an die Teilnehmer angepasst.


Bewegung ist nur ein Teil davon, natürlich wird bei mir bewegt, aber Babys in Bewegung bedeutet für mich noch viel mehr.


Wir singen und machen Fingerspiele. Wir entdecken unterschiedliche Materialien und Sinnesangebote. Es gibt Spielideen, die ihr ganz einfach mit nach Hause nehmen könnt, kleine Massageeinheiten und besondere Stunden und Erlebnisse.


Gleichzeitig ist Raum für die Themen, die Eltern im ersten Lebensjahr wirklich beschäftigen.


Stillen oder Fläschchen.

Beikost.

Schlaf.

Entwicklung.

Erste Hilfe.

Und manchmal einfach die Frage:


„Ist das bei meinem Baby eigentlich normal?“


Denn auch Eltern dürfen in dieser völlig neuen Lebensphase wachsen.


Und manchmal braucht es dafür gar keine große Beratung, sondern jemanden, der zuhört, hinschaut und sagt: Ich sehe euch.


Vom eigenen BiB-Kurs zur Ausbildung neuer Kursleitungen


Dass ich heute als DTB-Referentin im Baby- und Kinderbereich selbst Menschen ausbilden darf, die später Babys-in-Bewegung-Kurse anbieten, bedeutet mir deshalb sehr viel.


Für den Schwäbischen Turnerbund (STB) bin ich als Referentin bei den Ausbildungen in Stuttgart und Bartholomä tätig.


Dort geht es natürlich um Fachwissen.


Aber mir ist mindestens genauso wichtig zu vermitteln, wie wir dieses Wissen anwenden.


Ein Baby ist keine Checkliste von Entwicklungsschritten.


Und eine gute Kursleitung arbeitet deshalb nicht einfach ein Stundenprogramm ab.


Sie beobachtet.


Sie passt an.


Sie versteht Entwicklung.


Sie kennt ihre Materialien und weiß, warum sie welches Angebot macht.


Und sie schafft einen Raum, in dem Eltern und Babys gemeinsam entdecken dürfen.


Genau das möchte ich zukünftigen Kursleiterinnen und Kursleitern mitgeben.


Im Mamawerk darf Babys in Bewegung weiterwachsen


In meinen eigenen Kursen begleite ich Babys ab etwa drei Monaten in altersnahen Gruppen:


BiB 1: etwa 3–6 Monate

BiB 2: etwa 6–9 Monate

BiB 3: etwa 9–12 Monate


Und weil die Entdeckungsreise natürlich nicht mit dem ersten Geburtstag endet, habe ich mit BiB4Juniors mein eigenes Anschlusskonzept für Kinder von 12 bis 24 Monaten entwickelt.


Es schließt die Zeit zwischen Babys in Bewegung und dem späteren Kinderturnen und verbindet Bewegung unter anderem mit Sing- und Fingerspielen, Basteln, Werken, Turnelementen und besonderen Sinneserlebnissen.


So darf aus dem kleinen Baby, das irgendwann zum ersten Mal staunend nach einem Gegenstand greift, langsam ein Kleinkind werden, das seine Welt auf zwei Beinen erobert.


Und wir Erwachsenen?


  • Wir dürfen ein Stück mitgehen.


  • Wir dürfen beobachten, begleiten, anbieten und manchmal einfach nur staunen.


Denn genau darum geht es für mich bei Babys in Bewegung:


Deinem kleinen Wunder die Möglichkeit zu geben, seinen eigenen Weg dorthin zu entdecken.


Denise Hettmannsperger

Mamawerk – Stutensee-Spöck

DTB-Referentin Baby- und Kinderbereich

DTB-Kursleiterin Babys in Bewegung – mit allen Sinnen


 
 
 

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